Bauernhäuser im Stadtgebiet Hannover

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In der alten Bibliothek Emden habe ich letzte Woche für recht weniges Geld ein sehr interessantes Heft über das Bauernhaus im Stadtgebiet Hannover entdeckt. 1932 veröffentlichte der Direktor des damaligen „Niedersächsischen Volkstums-Museums Hannover“ den reich bebilderten Aufsatz als Sonderdruck im zweiten Teil des zweiten Bandes in „Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover“. Folgendes Vorwort:

Dem Magistrate zu Hannover ist die jüngse Feststellung des Bauernhausbestandes im Stadtgebiet zu verdanken, deren Ergebnisse für das Denkmalverzeichnis zur Verfügung gestanden haben. Die Untersuchung ist im Spätherbst 1932 durch den Direktor des Vaterländischen Museums zu Hannover, Herrn Dr. Wilh. Peßler, ausgeführt, dem als besonderem Kenner des Gebietes der Bauernhausforschung auch das Wort an dieser Stelle zukommt.

Als Ergänzung der im folgenden gegebenen kurzen Darstellung sei verwiesen auf W. Peßlers Arbeit: „Das Bauernhaus im Umkreise der Stadt Hannover“, H. G. 1910, S. 4. In den größeren Zusammenhang Niedersachsens wird die Frage gestellt durch Peßlers „Haus-Geographie von Niedersachsen“ (mit bunter Landkarte, Zeitschrift „Volk und Rasse“, Jahrgang I, München 1926, Heft 3, Seite 149). Innerhalb des gesamten deutschen Volksgebietes (vgl. Peßlers Karte der Haustypengebiete im Deutschen Reiche, Zeitschrift „Deutsche Erde“ VII. Gotha 1908, Sonderkarte 3) scheint die Gegend zwischen Hannover und Goslar in hausgeographischer Beziehung von ganz besonderer Bedeutung zu sein. Denn in diesem Bezirke läßt sich das Verhältnis von zwei ganz verschiedenen Haustypen, nämlich dem niedersächsischen mit seiner Längsteilung und seiner Ebenerdigkeit und dem mitteldeutschen mit seiner Querteilung und seiner Neigung zur Zweigeschossigkeit, in vielen Anbstufungen gegenseitiger Beeinflussung besonders deutlich verfolgen. Hier herrscht eine außerordentliche Mannigfaltigkeit der Formen, welche sowohl in geographischer wie in entwicklungsgeschichtlicher Hinsicht ein besonders klares Bild ergeben.

 

Im folgenden möchte ich erst einmal unkommentiert die Fotografien der Häuser in der Reihenfolge des Heftes abbilden. Wo möglich werde ich nach und nach Satelitenfotos der jeweiligen Häuser veröffentlichen, dabei nutze ich Screenshots von Google-Maps.

Kübbungshäuser

Hainholz, Hüttenstraße 28
Einfahrtstor in der Mitte; mit Steilgiebel und Vorschauer. Heute: abgerissen.

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Groß-Buchholz, Groß-Buchholz Straße 9
Von 1762. Einfahrtstor seitlich; mit Krüppelwalm und Vorschauer; Wohnteil ganz leicht erhöht. Heute: Veranstaltungsraum „Groß-Buchholzer Bauernhof“, in der Aufnahme das linke Gebäude.

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Bothfeld, Sutelstraße 47
Mitte 16. Jahrhundert, erneuert 1730, Einfahrtstor seitlich; mit Krüppelwalm, Wohnteil leicht erhöht. Heute: entweder in Hausnummer 48 verbaut oder vermutlich abgerissen (?).

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Dreiständerhäuser

Stöcken, Stöckener Straße 235
Von 1777, Einfahrtstor in der Mitte; mit Steilgiebel. Heute: vermutlich abgerissen.

Bauernhaeuser_04_Dreistaenderhaus_Stoecken_Stoeckener_Strasse_235_1777

 

Bothfeld, Sutelstraße 47
Scheune von 1686, Einfahrtstor seitlich; mit Steilgiebel. Heute: vermutlich abgerissen, vgl. zweites Kübbungshaus.

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Kirchrode, Kleiner Hillen 3
Von 1677, Einfahrtstor in der Mitte; mit Krüppelwalm und Vorderkübbung, deren Schleppdach in den Krüppelwalm übergeht. Heute: für Jacobi-Bibliothek abgerissen.

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Vierständerhäuser

Wülfel, Dorfstraße 7
Von 1811, mit Krüppelwalm; Wirtschaftsteil mit durchschießendem Ständerwerk, Wohnteil zweigeschossig mit geteilter Geschosskonstruktion. Heute: vermutlich abgerissen.

Bauernhaeuser_07_Vierstaenderhaus_Wuelfel,_Dorfstrasse_7_1811

 

Stöcken, Klappenburg 8
Von 1777, mit Steilgiebel; mit Scheinstockwerken; Wirtschaftsteil mit durchschießendem Ständerwerk. Heute: für einen Parkplatz abgerissen.

Bauernhaeuser_08_Vierstaenderhaus_Stoecken,_Klappenburg_8_1777

 

Limmer, Sackmannstraße 23
Von 1808, mit Krüppelwalm; Zweigeschossigkeit mit geteilter Geschosskonstruktion im ganzen Haus. Heute: gut erhalten und scheinbar saniert.

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Vierständerhaus mit Anbau

Badenstedt, Empelder Straße 32
mit Steingiebel; Erweiterung durch Anklapp rechts. Heute: abgerissen.

Bauernhaeuser_10_Vierstaenderhaus_Badenstedt,_Empelder_Strasse_32

 

Kirchrode, Schemannstraße 2a
mit Krüppelwalm; Erweitertung durch Anbau unter eigenem Dache links. In der Ausfachung z.T. alte volkstümliche Steinsetzung (Mühle usw.). Heute: vermutlich abgerissen.

Bauernhaeuser_11_Vierstaenderhaus_Kirchrode,_Schwemannstrasse_2a

 

Davenstedt. Altes Dorf 33
von 1736, mit Krüppelwalm; Erweiterung durch langes Schleppdach links und Vorbau mit eigenem Dach rechts. Heute: vermutlich abgerissen.

Bauernhaeuser_12_Vierstaenderhaus_Davenstedt,_Altes_Dorf_33_1736

 

Dielen

Groß-Buchholzer Straße
von 1762; im Kübbungshaus breit und niedrig. Heute: ?

Bauernhaeuser_13_Diele_Gross-Buchholz,_Gross-Buchholzer_Strasse_1762

 

Badenstedt, Empelder Straße 32
im Vierständerhaus schmal und hoch. Am Ende Schrank und Erntekranz. Heute: abgerissen.

Bauernhaeuser_14_Diele_Badenstedt,_Empelder_Strasse_32

 

Ricklingen, Stammesstraße 21
von 1804; im Vierständerhaus schmal und hoch. Am Ende Empore und Erntekranz.

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Busse-Mühle in Hardegsen

Am 12. März 2018 begannen die Abrissarbeiten an der Mühlenbäckerei Busse in Hardegsen, Northeim.

Neben den Wohn- und Verkaufsgebäuden wird auch eine Industriemühle, die Ende des 19. Jahrhunderts errichtet worden ist, abgerissen. In dem recht beeindruckenden, großen und Fensterarmen Backsteingebäude befindet sich vom obersten Dachboden bis in den Keller alle nötigen Vorrichtungen, um wasserbetrieben (?) aus Korn Mehl herzustellen.

Ganz zufällig sind mir heute Nachmittag einige Bilder in einem Briefumschlag zugesteckt worden, die ich der Öffentlichkeit natürlich nicht vorenthalten möchte.

Einen Abriss der Mühle kann man wohl leider nicht mehr verhindern, aber dafür haben wir in ca. fünfzig Jahren noch einen Grund mehr, den Kopf zu schütteln, wie wir so etwas haben zulassen bzw. genehmigen können. Den Abriss eines Industrie- und Kulturdenkmals, welches nicht als ein solches bezeichnet wurde, da es bis vor kurzem Verwendung fand und als selbstverständlich erachtet wurde. Mich macht soetwas traurig, da vor lauter städteplanerischer auf Profit und Fortschritt im Stile der alten Neuen Sachlichkeit ausgerichteter Blindheit nur der Leerstand gesehen wird, wo kein unwichtigerer Zweck vorhanden ist, als den nachfolgenden Generationen zu zeigen, wie Mehl zu Zeiten ihrer Urur…großeltern hergestellt wurde, ohne Touchscreen und Computer. Einen Erhalt des Gebäudes und eine damit verbundene Einbindung in einen von mir aus dann errichteten modernen Komplex um das Gebäude herum fänd ich deutlich charmanter und einmaliger, als wieder einen modernen Komplex, der in fünfzig Jahren so hässlich empfunden werden wird, wie wir heute den Brutalismus und Funktionalismus als schreckliche Bauten der 60er ansehen.

Auch wenn die Grundfläche somit ungenutzt wäre – obwohl in der ehemaligen Mahlstube ein Café Platz hätte – müsste nur das Dach dicht sein und regelmäßig die Räume kontrolliert werden und schwupps – da hätten wir ein Industriedenkmal, welches die nächsten 50 Jahre regelmäßig von den Grundschulkindern hätte besucht werden und Lehrenden als Anschauungsobjekt hätte dienen können.

Aber was solls. Vielleicht zieht ja der neue Bau vor dem Tore Menschen als Tourist*innen nach Hardegsen. Solch einen Bau in einem so modernen Stil können sie ja sonst auch sehr selten sehen. Gut erhaltene Industriemühlen des 19. Jahrhunderts wachsen ja wie Strand am Meer.

Zur Mühlenbäckerei

Für uns stehen seit 1883 Tradition, handwerkliches Können und beste Zutaten für höchste Qualität im Mittelpunkt.

Probieren Sie unsere Spezialitäten wie Schmandkuchen, Mohnkuchen schlesischer Art, Butterkuchen, Butterstreuselkuchen und vieles mehr. Wir fertigen Ihnen Kuchen und Torten zu jedem Anlass, gerne beraten wir Sie persönlich!
Neben unseren Filialen, die wir betreiben, beliefern wir z. B. die KGS in Moringen, Fa. TEDOX „Café Gute Stube“ in Harste, verschiedene Seniorenheime, Restaurants, Firmen und Hotels mit unserem Brot, Brötchen (natürlich auch in unterschiedlichsten Varianten belegt möglich), Kuchen und Torten. Sprechen Sie uns an, selbstverständlich könne wir Ihnen ein individuelles Angebot ausarbeiten.

Wenn Sie Urlaub in Heiligenhafen machen, sind wir auch schon da! Kommen Sie in unserer neuen Bäckerei mit Café vorbei und kosten Sie zum Beispiel unsere beliebten Windbeutel mit den unterschiedlichsten Füllungen

muehlenbaeckerei-busse.de, 14.3.18

 

Zur Geschichte der Mühle und der Bäckerei

1883 bis 1920 Müllermeister Heinrich Busse
1920 bis 1948 Müllermeister und Bäcker Wilhelm Busse
1948 bis 1984 Bäcker- und Müllermeister Walter Busse
1984 bis 2014 Konditor und Bäckermeister Walter Busse
seit 01.05.2014 Heike Busse

Sie fragen sich, warum heißt es eigentlich „Mühlenbäckerei“?
Über Generationen wurde neben den Bäckereigeschäften auch eine eigene Mühle betrieben. Diese lieferte die verarbeiteten Rohstoffe direkt in die Backstube. Der Betrieb musste aber 2002 aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt werden und seit dem konzentrieren wir uns ganz auf unser Bäckerhandwerk.

ebd.

 

Fotos von der Mühlenbäckerei kurz vor dem vollständigen Abriss
Zuerst ein paar Eindrücke von außen und dann ein Gang durch das Gebäude vom Bereich unter dem (fehlenden) Dach, durch die einzelnen Stockwerke der Industriemühle, einen kleinen Eindruck in die Backstube mit dem älteren Ofen, hinunter in die Kellergewölbe mit einem noch plätschernden Wasserlauf.

 

Video der Industriemühle – Obergeschoss

 

Historische Fotos (von muehlenbaeckerei-busse.de)

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„So macht’s ein ganz Schlauer“ – Em-eukal (Werbe-Anzeige)

Eine schöne historische Anzeige für Em-eukal-Hustenbonbons:

So macht’s ein ganz Schlauer!

Er sagt sich: Heumanns „Brust- und Lungentee“ ist gut gegen Husten und Heiserkeit. Jawohl, das weiß ich aus alter Erfahrung

Aber da lese ich immer von Dr. Soldans „Em-eukal“-Hustenbonbons. Die werden doch immer so gelobt.

Ein Gedanke – – – ich verstärke meine Husten-Kur: Ich löse in Heumanns „Brust- und Lungentee“ künftig ein bis zwei Dr. Soldans „Em-eukal“ auf. Wenn das nicht hilft . . .

>Em-eukal<
nach Dr. Soldan

In Apotheken erhältlich, ein Beutel (100 g) 45 Pfg.

Vermutlich aus den 1940er Jahren. Habe ich heute in dem kleinen Werbeheft „Eine Reise durch den menschlichen Körper“ von Heumann Heilmittel gefunden, welches ich vielleicht auch mal digitalisieren möchte.

Eine schöne Werbe-Anzeige aus den 40er-Jahren

Eine schöne Werbe-Anzeige aus den 40er-Jahren Bearbeitung: https://migraver.files.wordpress.com/2014/12/em-eukal-kopie.png

Digitalisierung

Brief – 10. 6. 1938 – Behrensen – Northeim-Land.


An den Schulamtsbewerber
Herrn Wilhelm Engelmann

in Behrensen.-
Northeim-Land.

(Stempel: der Kreisschulrat/in Northeim)
(Frankiert mit zwei 6-Pfennig Dienstmarken)
(Zwei Poststempel: Northeim (Hannover)/10.6.38 -7)


Der Regierungspräsident.
Abt. f. Kirchen und Schulen
11 A 3

Hildesheim, den 2. Juni 1938

Der Kreisschulrat in Northeim
Eing. 5. 6. 38
Tgb.-Nr. 357 / % Anl.

Northeim, den 9. 6. 38

An den
Schulamtsbewerber Herrn Wilhelm Engelmann
in Behrensen

d. d. Herrn Kreisschulrat in Northeim.

Nach einer Mitteilung des Landeskirchenamts
Hannover ist das Amt eines Kirchenmusikers in der Gemeinde
Behrensen mit dem 1. 4. 1938 freigeworden.
Ich ersuche um umgehende Mitteilung, ob Sie
bereit sind, den Organistendienst in Behrensen im freien
Vertrag mit der Kirchengemeinde gegen eine besondere Ver-
gütung zu übernehmen.
Gegebenenfalls wollen Sie gleichzeitig die Ge-
nehmigung zur Übernahme der Nebenbeschäftigung bei mir
beantragen.

Im Auftrage
gez. Strecker

Beglaubigt.
(Stempel der Kanzlei der Regierung Hildesheim)
(Unterschrift Suükler; Regierungs-Kanzlei-Angestellter


Norddeutscher Schreiber 3/2014

Der Norddeutsche Schreiber erscheint absofort auf norddeutscherschreiber.wordpress.com

Guten Tag.
Spontan erscheint heute die dritte Ausgabe unserer Wissenszeitung „Norddeutscher Schreiber“.

Der Inhalt dieser Ausgabe ist:

  1. Rassismus
  2. Der Deutsche Bundestag
  3. Leichte Sprache
  4. Geschichtliche Quelle
  5. Digitalisierung: In Neuyork 1
  6. Aus dem Volkslexikon: Curie

Die Ausgabe kann für 0.50 € in gedruckter Form angefordert, oder kostenlos online gelesen werden.

Download:
Norddeutscher Schreiber 3/2014: PDF (180kB)

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