Notiz: Alternative lateinische Jahresangaben

Ich bin im vergangenen Monat in Wolfenbüttel über einige seltsam ungewohnt aussehende Jahresangaben in barocken, lateinischen Inschriften gestolpert und habe ähnliches nun tatsächlich auch in Göttingen an der Ev.-Reformierten Kirche entdeckt. Wieder ein mögliches kleines Projekt. Vielleicht kann mir ja jemand ein wenig auf die Sprünge helfen, was es damit auf sich hat 🙂

 

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Das Portal der Ev.-Reformierten Kirche

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1753 in üblicher und „barocker“ Angabe

 

 

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Arthur Rundt: Hinter den Kulissen des Radio

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Ich bin mir leider nicht sicher, aus welchem Jahr der folgende Beitrag stammt, vermutlich irgendwann zwischen 1920 und 1930. Wo ich mir ziemlich sicher bin, ist der Erscheinungsort: In den Velhagen & Klassings Monatsheften, von welchen ich in einem Braunschweiger Antiquariat im Sommer letzten Jahres eine Loseblattsammlung kaufen konnte.

Auch wenn nun also noch keine genauere Angabe möglich ist, möchte ich hier einen kurzen Text Arthus Rundts veröffentlichen, den ich schon abzuschreiben begonnen habe, ehe ich ihn zuende gelesen habe.

Arthur Rundt
Hinter den Kulissen des Radio

Man sollte meinen, daß das Radio keine Kulissen hat, weil es nicht aufs Auge wirkt, also auch keine Begrenzung eines Bildes braucht, keinen geheimnisvollen Raum, in dem der Akteur verschwindet, wenn er aufhört, sichtbar zu sein.

Aber gerade weil der Akteur beim Radio unsichtbar ist, gibt es den ungenierten und geheimnisvollen Raum „hinter den Kulissen“. Es gibt die Bühne vor dem Aufnahmeapparat, doppelt geheimnisvoll, weil sie als Ganzes von vornherein dazu bestimmt ist, dem Hörer nie sichtbar zu sein.

Wilhelm Tell tritt in Hemdsärmeln auf. Er hat auch Krawatte und Kragen abgenommen und – um der bequemeren Stimmentfaltung halber – den obersten Knopf des Hemds geöffnet. Er denkt gar nicht daran, die Hornbrille abzunehmen und eine Weitsichtigkeit zu verbergen; er braucht das Augenglas, da er die oft gespielte Rolle hier im Radio ja abliest.

Wie denn? Es stehen also Wilhelm Tell und alle anderen vor dem Aufnahmeapparat, die Hände in den Hosentaschen, völlig unbewegt, rufen die tönenden Worte nach der kleinen Fläche hin, die sie aufnimmt, sind nur in der Tongebung bedrückt, freiheitsdurstig und aufgeregt und sind es in ihren Bewegungen gar nicht? Nein, so ist es nicht. Und weil es anders ist, sehe ich, mein Vergnügen am Zuschauen verbergend, manchmal so gern eine Stunde der Radiobühne zu.

Der Schauspieler, der fürs Radio spielt, kommt doch fast immer vom Theater. Deshalb ist er gewöhnt, seinen Körper im Sinne der Handlung zu bewegen sein Wort mit Gesten zu begleiten. Bewegung und Geste sind hier im Radio völlig überflüssig. Aber er kann es nicht lassen. Er kann nicht nur fürs Ohr aufgeregt sein, er muß „spielen“; die Hand bleibt nicht in der Hosentasche. Der hemdsärmelige, kragenlose Tell mit der Brille auf der Nase fuchtelt vor dem Aufnahmeapparat, den es doch gar nicht interessiert, gewaltig mit den Armen. Er benimmt sich wie etwa auf einer Probe fürs Theater. Er kann nicht anders. Oder besser gesagt: er kann noch nicht anders.

Wahrscheinlich wächst eine Generation von Radio-Spielern heran, die alle Kraft und Intensität auf das konzentriert, was im Radio wirklich wirkt. Der Radio-Spieler ist erst im Beginn des Weges, der zu diesem Zustand führt.

Was im Radio wirkt, ist nicht etwa nur das Akustische. Eine Rütli-Szene, bei der Solisten und Komparserie auf einem Haufen stillständen, wäre für den Hörer tödlich langweilig, so eifrig sich die Schauspieler auch stimmlich bemühten. Denn im Radio ist „Bewegung“ in dem Sinne sehr wohl bemerkbar, daß Melchthal, Stauffacher, Winkelried, der Pfarrer, der Jäger, der Fischer und alle anderen in der Rütli-Szene kommen und gehen müssen, aus dem Hintergrunde reden und vorn „an der Rampe“, daß Rufe aus dem Gedränge zu kommen haben und anders vom erhöhten Platz zu sprechen ist. Nur das Gefuchtelt mit den Armen ist nicht vonnöten, der Mondregenbogen ist entbehrlich, das Feuer in der Mitte des Platzes und die Windlichter der Landleute.

Daneben gibt es macherlei, wovon es noch nicht ganz klar ist, ob es „gemacht“ werden muss oder entbehrlich sein. Das sind dann die Fälle, in denen es Streit geben wird zwischen dem Regisseur und dem Schauspieler, aber weniger heftigen Streit als beim Theater, weil ja der Schauspieler, wenn er „verzichtet“, auf eine weniger schmerzliche Art verzichtet als beim Theater.

Das Rütli war, als ich den „Wilhelm Tell“ auf der Radiobühne „sah“, ein Ducheinander von Podien und Holzstufen, Zivilisten polterten hinauf und hinunter, schlichen vorsichtig heran, begrüßten einander lebhaft, kurz: sie waren auf eine höchst absonderliche Art bedrückt und freiheitsdurstig. Einige hielten, als sie zwischen den Podien heranschlichen, die Hände hoch, als trügen sie, wie es beim Theater unerlässlich ist, die Fackeln und Windlichter. Aber sie trugen keine.

Der Geißler gar kam – weiß Gott warum? – mit einer Reitgerte zur Tell-Schluß-Szene; fehlte nur, daß er nach Schillers Vorschrift den Jagdfalken auf der Faust hielt.

Und Gertrud legte dem lieben Herrn und Ehewirt Stauffacher zärtlich den Arm auf die Schulter, als sie ihn fragte: „So ernst, mein Freund? Ich kenne dich nicht mehr …“ – Weile es eine besonders gescheite Frau war, die die Gertrud spielte, fragte ich sie nachher: „Warum haben Sie eigentlich – ganz überflüssigerweise – dem Stauffacher den Arm auf die Schulter gelegt?“ Sie war kein Augenblick verlegen: „Ich kenne den X., der den Stauffacher spielt. Ich weiß, er braucht das. Ich hab’s nicht etwa meinetwegen getan oder unabsichtlich. Er, der X., braucht es, es hilft ihm.“

Die Stauffacher-Spieler, die heute noch in den Theaterschulen sitzen, werden es nicht mehr „brauchen“. Sie werden sich, beim Radio heranwachsend, ihre eigene Technik ausbauen, ohne Armfuchteln; sie werden alle Intensität der Radio-Wirkung geben, ohne auf Unwirksames Kraft zu verschwenden.

Der Radio-Spieler ist noch im Anfange seines Weges.

Dr. Arthur Rundt.

 

Nun mal den Versuch einer kleinen Erkundung des Textes.

Beginnen wir mit dem Autor: Arthur Rundt wurde 1881 in Katowice im heutigen Polen geboren und verstarb 1939 in New York. In den Jahren dazwischen studierte er Philosophie und Jura und schloss es 1904 mit einer Promotion ab. Daraufhin fand er seinen Weg zum Theater, war Schauspieler am Berliner Deutschen Theater, wo er ab 1908 auch Regie führte. 1909 ging er nach Wien und widmete seine Zeit dem Verein Wiener Freie Volksbühne. In Wien war er in gleichen Kreisen mit Musil aktiv. Ab 1928 erschien sein Fortsetzungsroman Marylin, welcher erst nach knapp 90 Jahren in der Edition Atelier in Buchform erschien und in welchem er seine Erfahrungen, die er seit 1924 durch Reisen in die USA und nach Kanada sammeln konnte, verarbeitete. Da Rundt vor bald 80 Jahren verstarb, kann dieser kurze Text von ihm hier doch gern passenderweise eine größere Aufmerksamkeit erlangen. (vgl. wikipedia.org)

Arthur Rundt war offenbar bei einer Hörspielaufzeichnung von Schillers Wilhelm Tell anwesend und dabei ziemlich angetan, von dem Schauspiel, dass er geboten bekam. In der Hörspieldatenbank der ARD stoßen wir auf eine aufzeichnungslosen Livesendung des Tells aus dem Jahre 1925. Von der Nordischen Rundfunk AG wurde unter Regie Hermann Beyers der Wilhelm Tell in einer Bearbeitung Hans Bodenstedts am 10. November 1925 gesendet – 42 Radiospielerinnen und Radiospieler waren daran beteiligt. Auch wenn Rundt keine Angabe dazu macht, kann es gut möglich sein, dass er bei eben dieser Sendung anwesend war – über weitere Sendungen bin ich noch nicht gestolpert.

Der Text Rundts ermöglicht einen Einblick in die Produktion einer Sendung aus den Anfangsjahren des Radio. Rundt zeigt aber auch, dass es aus diesen Kinderschuhen herauswachsen wird: Der Radio-Spieler ist noch im Anfange seines Weges. Ich hatte bislang noch nicht die Möglichkeit, eine Hörspielaufzeichnung zu begleiten, kann mir jedoch gut vorstellen, dass heute keine Menschen mehr über Podien eilen und schleichen, um den räumlichen Klang einer Bühne nachzubilden.

(weitere Ausführung folgt)

Kosten der 1950er Jahre

In diesem Artikel werde ich nach und nach verschiedene Kosten aus Rechnungen der 1950er Jahre veröffentlichen. Der Beitrag wird daher gelegentlich erweitert.

1 Batterie – DM -,80 – (6.12.56)
1 Besen – DM 2,75 – (31.8.56)
1 Piassava-Besen – DM 1,45 – (19.5.56)
12 Bleistifte – DM 2,40 – (1.9.56, 4.9.56)
6 Kopier(blei)stifte – DM 3,- – (1.9.56, 4.9.56)
20 rm Buchen-Brennholz – DM 165,08 – (22.6.56)
1 Ztr  Kohlen-Briketts – DM 3,207 – (16.6.56)
1 Buch – DM 2,50 – (14.2.56)

1 Flasche – DM -,20 – (30.8.56)

1 Geldbeutel – DM 3,45 – (31.8.56)
1 Glasdeckel von Bahlsen – DM 2,75 – (15.3.56)
4 Glühbirnen – DM 3,50 – (10.9.56)
1 Glühbirne 24 Volt, 40 Watt – DM 1,30 – (8.6.56)
1 Glühlampe – DM 1,- – (28.12.56)

1 Handtuch – DM 1,68 – (23.3.56)
1 Heftmaschine – DM 5,40 – (18.1.56)
Heftklammern – DM -,80 – (18.1.56)

Inspektion (ohne Materialkosten) Borgward B 1500 D – DM 18,- – (18.4.56)

1 Herrenberufskittel – DM 20,40 – (1.10.56)
1 Kittel – DM 20,85 – (4.1.56)
1 Kittelschürze – DM 12,65 – (4.1.56)
1 Brötchen-Korb – DM 25,- – (5.9.56)
1 Kranz (Beisetzung) – DM 3,- – (14.8.56)
1 Kugelschreiber – DM 3,75 – (15.10.56)

1 Glas Leim – DM 2,20 – (9.1.56)

1 Fl Maggi Nr 6 – DM 7,80 – (2.8.56)
50 Maggi Rindsbouillon – DM 8,35 – (2.8.56)
30 Maggi Rindfleischsuppe 4 T. – DM 12,50 – (24.2.56)
1 Miene – DM -,75 – (1.9.56)

1 L Maschinenöl – DM 1,40 – (19.1.55)
1 Ordner – DM 1,80 – (18.1.56)

1 Pinsel – DM 1,50 – (15.8.56)
1 kg Pril – DM 4,90 – (23.3.56)

1 Schale – DM 4,45 – (31.8.56)
1 Scharnier mit Schraube – DM -,95 – (6.1.56)
2 Scheuertücher – DM 2,20 – (10.9.56)
1 Stellenangebotsanzeige in Fachzeitschrift, 23 mm Höhe – DM 14,80 – (24.8.56)
1 Schlüssel für Registrierkasse – DM -,60 – (24.2.56)
Schornsteinreinigung – DM 5,80 – (27.11.56)
1 Holzschraube – DM -,02 – (6.1.56)
Stundenlohn Arbeiter – DM 2,85 – (23.5.56)
Stundenlohn Maurer – DM 3,25 – (23.5.56)
Stundenlohn Zimmergeselle – DM 3,25 – (18.12.56)
Stundenlohn Lehrling – DM 2,06 – (18.12.56)

1 Kuchenteller – DM 5,90 – (7.6.56)
1 Kuchenteller – DM 5,20 – (29.12.56)
1 Kuchenteller – DM 1,25 – (7.8.56)
1 Tulpe – DM -,50 – (1.3.56)

Waschservice von Berufswäsche – DM 8,45 – (4.9.56)

1 Sack Zement – DM 4,50 – (23.5.56)
1 kg Zwiebeln  – DM 0,46 – (25.9.56)

Backwaren
Graubrot 1,5 kg – DM 0,98 – (31.12.56)
Graubrot 2 kg – DM 1,30 – (31.12.56)
Graubrot 3 kg – DM 1,95 – (31.12.56)
Weißbrot 1 kg – DM -,90 – (31.12.56)
Semmel 1kg – DM 1,- – (31.12.56)
Buttermilchbrot 1 kg – DM 1,20 – (31.12.56)
Schrotbrot 1kg – DM -,90 – (31.12.56)
Brötchen – DM -,06 – (31.12.56)
Ami – DM 0,10 – (31.12.56)
Krapfen – DM -,20 – (31.12.56)
Fleurons – DM -,05 – (12.12.56)
Schillerlocken – DM -,15 – (15.11.56)
Stollen – DM 3,20 – (15.12.56)
Torte – DM 8,- – (12.12.56)
Schokoladentorte – DM 10,- – (12.12.56)
Ananastorte mit Marzipan – DM 11,- – (12.12.56)
Moccatorte – DM 9,- – (12.12.56)
Buttercremetorte – DM 11,- – (12.12.56)
Streuselkuchen – DM 9,- – (1.9.56)
Butterkuchen mit guter Butter belegt und Rahm gestrichen – DM 8,- – (1.9.56)
Schmandkuchen mit Rahm – DM 12,- – (1.9.56)
Boden – DM -,10 – (15.12.56)
Tortenboden – DM 3,50 – (25.11.56)
Mürbeboden – DM -,95 – (15.12.56)
Hefe 1 kg – DM 1,60 – (31.12.56)
Paniermehl 1 kg – DM 1,60 – (15.11.56)
Weizenmehl 1 kg – DM -,68 – (2.11.56)
Weizen E55 1 kg – DM -,446 – (6.1.56)
Weizen Frankreich 1 kg – DM -,436 -(8.8.56)
Roggen USA 1 kg – DM -,394 – (17.8.56)
Cocosraspeln 1 kg  – DM 2,- – (12.12.56)
Tortenabziehbild – DM -,70 – (14.2.56)
Milch 1 L – DM 0,41 – (12.12.56)

Alkoholitäten
1 Fl Bier – DM -,60 – (31.12.56)
1 Fl Likör – DM 7,60 – (8.6.56)
1 Fl Scharlachbrand – DM 14,50 – (8.6.56)
1 Fl Apricot Brandy – DM 7,30 – (30.8.56)
1 Fl Jägermeister – DM 10,15 – (30.8.56)
1 FL Asbach Uralt – DM 12,50 – (24.2.56)

Benzin etc.
1 L BV-Aral – DM 0,77 – (7.5.56)
1 L Aralin – DM -,65 – (14.11.56)
1 L Shell mit ICA – DM -, 65 – (27.10.56)
1 L Esso-Treibstoff – DM -,65 – (4.6.56)

Ich empfehle zudem einen Blick auf Seite 217 des statistischen Jahrbuchs 1956 der Freien und Hansestadt Hamburg.

Post- und Reisegebühren 1955 – 3

Personentarife der Bundesbahn, Stand: 1. Mai 1955

Regelfahrpreise
je km 3. Klasse = 6,9 Pf., berechnet nach der mittleren Entfernung der in Zonen verschiedener Breiten zusammengefaßten Tarifentfernungen.
Preise 2. Klasse das 1½fache
Preise 1. Klasse das Doppelte der Preise 3. Klasse

Rückfahrkarten
je nach Entfernung 10 bis 35 % Ermäßigung. Gültigkeit bis 93 km 4 Tage, über 93 km zur Hinfahrt 4 Tage, zur Rückfahrt zwei Monate, Lösungstag eingerechnet.

Zuschläge für schnellfahrende Züge
in allen Wagenklassen und auf allen Entfernungen für Schnellzüge (D, LS und DT) DM 2,-,
für Fernschnellzüge (F und FT) DM 4,- zum Schnellzugzuschlag.

Schlafwagen der DSG  . . . bis 500 km / bis 700 km / über 700 km
Schlafwagen 1. Klasse  . . . DM 26,- / 29,- / 32,-
Einbettwagen 2. Klasse  . . . DM 17,- / 19,- / 21,-
Schlafwagen 2. Klasse  . . . DM 16,- / 17,- / 18,-
Schlafwagen 3. Klasse  . . . DM 10,- / 11,- / 11,-
Dazu Vormerkgebüren
1. Klasse  . . . DM 3,-
2. Klasse  . . . DM 2,-
3. Klasse  . . . DM 1,-

 

Fahrpreisermäßigungen

Kinder unter 4 Jahren frei,
von 4 bis 10 Jahren halber Fahrpreis.

Netz- und Bezirkskarten
Jahresnetzkarten für die ganze Bundeshan (beliebige Klasse)   . . . DM 3000,-
.
einen Monat gültige Netzkarten  . . . 3. Klasse / 2. Klasse
für die ganze Bundesbahn  . . . DM 260,- / 340,-
für ein Netz  . . . DM 160,- / 211,-
Anschlußnetzkarten  . . . DM 53,- / 70,-
Bezirkskarten  . . . DM 73,- / 96,-
Anschlußbezirkskarten  . . . DM 28,- / 36,-
Bezirkswochenkarten  . . . DM 30,- / 39,-
.
Sicherheitsgebühr
für Netzkarten  . . . DM 10,-
für Bezirkskarten  . . . DM 5,-
Für Jahresnetzkarten für die ganze Bundesbahn, Anschlußkarten und Bezirkswochenkarten keine Sicherheitsgebühr.
.
Rabatt für Dauerbezieher
Bei benutzung von 10 Netz- oder Bezirksarten innerhalb eines Jahres wrden die entsprechenden Karten für die unmittelbar anschließenden 2 Monate kostenfrei ausgegeben.

Sonntagsrükfahrkarten
in besonderen Verbindungen, gültig ab Samstagnachmittag, zur Rückfahrt bis Montag 24 Uhr  . . . 33⅓ % Ermäßigung

Jugendpflege- und Schulfahrten
ab 5 Jugendlichen (unter 21 Jahren) mit 1 Leiter oder 5 Schler und 1 Lehrer  . . .  50 % Ermäßigung

Gesellschaftsfahrten
ab 12 erwachsenen Personen  . . . 33⅓ % Ermäßigung
ab 25 erwachsenen Personen  . . . 50 % Ermäßigung

Sonderzüge
je nach Teilnehmerzahl  . . . 50 % und mehr Ermäßigung

Fahrradkarten (auch für Faltboote, Skier und Kinderwagen)
bis 30 km  . . . DM -,45
bis 100 km  . . . DM -,60
bis 150 km  . . . DM -,90
bis 250 km  . . . DM 1,40
bis 450 km  . . . DM 2,-
über 450 km  . . . DM 2,70
Zweisitzige Fahrräder, Fahrräder mit Hilfsmotor und Faltboote über 50 kg doppelte Gebühr.

Handgepäcksaufbewahrung
Für 1 Stück und 2 Tage DM -,30, für jeden folgenden Tag DM -,30; für jedes weitere Stück die Hälfte dieser Sätze.
Für Reisegepäck und Expreßgut niedrige Fracht.
Um ⅓ ermäßigter Gepäcktarif für Warenproben, Muster, Berufsgepäck vor Artisten, Tänzern, Musikern, ferner für Kinderwagen, Trag- und Fahrstühle von Kranken.
Halbe Expreßgutfracht für Beeren, Obst, Gemüse, Speisepilze, sämtlich frisch und einheimischen Ursprungs.
Bei Expreßgut Frachtüberweisung und Nachnahmen zulässig.

(Expreßgut-Frachtsätze folgen!)

 

Bahnbusverkehr

Regelfahrpreis DM -,06 je km

Ermäßigungen
Kinder von 4 bis 10 Jahren 50 %,
in besonderen Verbindungen für Rückfahrscheine und Zehnerkarten 20 %,
für Sonntagsrückfahrscheine 25 %.
Für Miet- und Ausflugswagenfahrten Sonderpreise.

Reisegepäckfracht (mit Fahrausweis)
bis 50 km und bis 20 kg  . . . DM -,35
bis 50 kg  . . . DM -,60
über 50 je 20 kg  . . . 10 % des Regelfahrpreises

Schnellgut auch ohne Fahrausweis
Höchstgewicht 10 kg je Stück, Stückfrachtberechnung nach Prozentwerden (20 bis 45,5 %) des Regelfahrpreises.

Post- und Reisegebühren 1955 – 2

Postgebühren (Ausland), Stand: 1. Juni 1955

Postkarten  . . . DM -20

Briefe bis 20 g  . . . DM -,40
jede weiteren 20 g mehr  . . . DM -,20

Drucksachen je 50 g  . . . DM -,10

Geschäftspapiere je 50 g  . . . DM -,10
mindestens  . . . DM -,40

Warenproben je 50 g  . . . DM -,10
mindestens  . . . DM -,20

Päckchen (nur nach bestimmten Ländern)
bis 1 kg für je 50 g  . . . DM -,20
mindestens jedoch  . . . DM -,80

Einschreiben  . . . DM  -,50

Eilzustellung
Briefsendungen  . . . DM -,60
Pakete  . . . DM 1,10

Luftpostsendungen
nach europäischen Ländern für Postkarten und Briefe Zuschlag für je 20 g  . . . DM -,15
für Drucksachen bis 3 kg, Geschäftspapiere, Mischsendungen bis 2 kg und Warenproben bis 500 g Zuschlag für je 50 g  . . . DM -,15
.
nach außereuropäischen Ländern sind die Zuschlaggebühren verschieden. Auskunft am Postschalter.

Luftpost-Leichtbriefe (Aerogramme)  . . . DM -,60

Verzollungspostgebühren
für Briefsendungen  . . . DM -,50
für Paketsendungen  . . . DM 1,-

Post- und Reisegebühren 1955 – 1

Aus einem kürzlich erworbenen Taschenkalender für das Jahr 1956 habe ich folgende Post- und Bahngebühren entnommen.

Postgebühren (Inland), Stand: 1. Juni 1955

Höchstmaße für Briefsendung
in rechteckiger Form: Länge, Breite und Höhe zusammen 90 cm, größte Länge jedoch nicht mehr als 60 cm. Mindestmaße: Länge 10 cm, Breite 7 cm; in Rollenform: Länge und zweifacher Durchmesser zusammen 100 cm; Länge jedoch niicht über 80 cm. Mindestmaße: Länge 10 cm, Durchmesser 2 cm.

Postkarten in Kartenform
dürfen 15 : 10,5 cm nicht überschreiten; die indestmaße betragen 10 : 7 cm.

Briefe  . . . Orts- / Fernverkehr
bis 20 g  . . . DM -,10 / -,20
bis 250 g  . . . DM -,20 / -,40
bis 500 g  . . . DM -,30 / -,60
bis 1 kg  . . . DM -,40 / -,80

Postkarten  . . . Orts- / Fernverkehr
einfach  . . . DM -,08 / -,10
mit Antwort . . . DM -,16 / -,20

Drucksachen (Orts- und Fernverkehr)
bis 20 g  . . . DM -,07
bis 50 g  . . . DM -,10
bis 100 g  . . . DM -,15
bis 250 g  . . . DM -,25
bis 500 g  . . . DM -,50

Blindenschriftsendungen
bis 7 kg  . . . DM -,04

Geschäftspapiere
bis 250 g . . . DM -,25
bis 500 g  . . . DM -,50

Warenproben
bis 100 g  . . . DM -,15
bis 250 g  . . . DM -,25
bis 500 g . . . DM -,50

Päckchen
bis 2 kg . . . DM -,70

Einschreiben  . . . DM -,50

Wertsendungen
1. Brief-, Paket- oder Postgebühr
2. Wertangabegebühr
für je DM 500,-  . . . DM -,20
3. Behandlungsgebühr
für Wertbriefe  . . . DM -,50
für versiegelte Wertpakete oder Wertpostgüter  . . . DM -,60

Unversiegelte Wertpakete oder Wertpostgüter
(zulässig bis DM 500,-) Beförerungsgebühr und DM -,20 Wertangabegebühr

Postanweisungen und Zahlkarten  . . . 1. Postanw. / 2. Telegr. Postanw. / 3. Zahlkarten
bis DM 10,-  . . . -,30 / 2,50 / -,15
bis DM 25,-  . . . -,40 / 2,50 / -,20
bis DM 100,-  . . . -,50 / 3,- / -,25
bis DM 250,-  . . . -,70 / 3,50 / -,30
bis DM 500,-  . . . -,90 / 4,- / -,40
bis DM 750,-  . . . 1,10 / 4,50 / -,50
bis DM 1000,-  . . . 1,30 / 5,- / -,60
zu 2.: jede weiteren DM 250,- mehr  . . . 1,-
zu 3.: bis DM 2000,- je DM 250,- mehr  . . . -,10
über DM 2000,- (unbeschränkt)  . . . 1,-

Telegraphische Zahlkarte (Höchstbetrag unbeschränkt)
bis DM 500,-  . . . DM 2,50
bis DM 1000,-  . . . DM 3,-
jede weiteren DM 500,- oder ein Teil davon . . .  DM 1,-

Postschecke (Barauszahlung)
1. Für jede Barauszahlung DM -,15 Grundgebühr + 1/2 ‰ (Kassenscheck, Zahlungsanweisung)
2. Für jede bargeldlose Begleichung 1/10 ‰ (Kassenscheck)
3. Überweisung (innerhalb Deutschlands) kostenfrei

Telegraphische Überweisungen
bis DM 50 000,-  . . . DM 2,50
jede weiteren DM 1000,- oder ein Teil davon . . . DM -,05

Telegraphische Zahlungsanweisungen
bis DM 25,-  . . . DM 2,50
bis DM 500,-  . . . DM 3,-
bis DM 1000,-  . . . DM 4,-
jede weiteren DM 500,- oder ein Teil davon  . . . DM 1,50

Eilaufträge (Zahlkarten, Schecke und Überweisungen)  . . . DM 1,-

Eilzustellung (Vorauszahlung) . . . 1. Briefe / 2. Pakete
Ortszustellbezirk  . . . DM -,60 / -,90
Landzustellbezirk  . . . DM 1,20 / 1,80

Postaufträge (Höchstbetrag DM 1000,-)
Einschreibebriefgebühr, dazu Vorzeigegebhr von DM -,40

Porstgut (Höchstgewicht 7 kg)
Für den Verkehr zwischen den Westsektoren von Berlin und dem Bundesgebiet gelten die Gebühren der jeweils nächst niedrigeren Zone. Zustellgebühr DM -,30
.
Gewichtsstufen  . . . bis 75 km / bis 150 km / bis 375 km / über 375 km Luftlinie
bis 5 kg  . . . DM -,50 / -,70 / -,90 / 1,-
bis 6 kg  . . . DM -,60 / -,80 / 1,- / 1,10
bis 7 kg  . . . DM -,70 / -,90 / 1,10 / 1,20
.
Zugelassen:
a) bei gleichzeitiger Einlieferung von mindestens 3 Sendungen nach demselben Bestimmungsort nach allen Orten des Bundesgebietes;
b) ohne Rücksicht auf die Zal der Sendungen nach einer Reihe größerer Orte (siehe Schalteraushang);
c) im Ortsverkehr allgemein. – Auf Sendungen stets Postgut angeben. – Grüne Postgutkarte;
d) nach dem Ortssektor von Berlin und nach der sowjetischen Besatzungszone nicht zugelassen.

Pakete (Höchstgewicht 20 kg)
kein Freimachungszwang (mit Ausnahme nach dem Ostsektor von Berlin und nach der sowjetischen Besatzungszone). Für den Verkehr zwischen den Westsektoren von Berlin und dem Bundesgebiet gelten die Gebühren der jeweils nächst niedrigeren Zone.
.
Gewichtsstufen  . . . 1. Zone bis 75 km / 2. bis 150 km / 3. bis 375 km / 4. über 375 km Luftlinie
bis 5 kg  . . . DM -,60 / -,80 / 1,10 / 1,10
bis 6 kg  . . . DM -,70 / 1,- / 1,40 / 1,50
bis 7 kg  . . . DM -,80 / 1,25 / 1,70 / 2,-
bis 8 kg  . . . DM -,90 / 1,50 / 2,20 / 2,60
bis 9 kg  . . . DM 1,10 / 1,75 / 2,70 / 3,20
bis 10 kg  . . . DM 1,30 / 2,- / 3,10 / 3,70
bis 11 kg  . . . DM 1,50 / 2,25 / 3,50 / 4,20
bis 12 kg  . . . DM 1,70 / 2,50 / 3,90 / 4,70
bis 13 kg  . . . DM 1,90 / 2,75 / 4,30 / 5,20
bis 14 kg  . . . DM 2,10 / 3,- / 4,70 / 5,70
bis 15 kg  . . . DM 2,30 / 3,25 / 5,10 / 6,20
bis 16 kg  . . . DM 2,50 / 3,50 / 5,50 / 6,70
bis 17 kg  . . . DM 2,70 / 3,75 / 5,90 / 7,20
bis 18 kg  . . . DM 2,90 / 4,- / 6,30 / 7,70
bis 19 kg  . . . DM 3,10 / 4,25 / 6,70 / 8,20
bis 20 kg  . . . DM 3,30 / 4,50 / 7,10 / 8,70

Zustellgebühr für jedes Paket  . . . DM -,30

Sperrige Pakete und Postgüter
Zuschlag 50 % der Paket- bzw. Postgutgebühr

Dringende Pakete und Postgüter
Zuschlag  . . . DM 1,50

Lagergebühr für Pakete und Postgüter
Für jedes lagernde Paket oder Postgut, das ohne Verschulden der Post lagert, täglich DM -,20 (Höchstsatz DM 4,-)

Schnellpakete und Postschnellgut
Zuschlag für alle Gewichtsstufen:
1. Zone  . . . DM -,40
2. Zone  . . . DM -,50
3. Zone  . . . DM -,60
4. Zone  . . . DM -,70

Telegramme  . . . jedes Wort / Mindestgebühr
a) im Ortsverkehr  . . . DM -,10 / 1,-
b) im Fernverkehr  . . . DM -,15 / 1,50
Brieftelegramme  . . . DM -,05 / 1,-
(werden am Ankunftsort mit der nächsten Post ausgetragen)
Dringende Telegramme doppelte Gebühr.
Blitztelegramme zehnfache Gebühr.

Fernsprechgebühren
Für den Verkehr zwischen den Westsektoren von Berlin und dem Bundesgebiet gelten die gebühren der jeweils nächstniedrigeren Zone.
Ortsgespräche  . . . DM -,16
Ferngespräche  bis 10 km  . . . DM -,32
über 10 km bis 15 km  . . . DM -,48
“ 15 bis 25 km  . . . DM -,64
“ 25 bis 50 km  . . . DM -,96
“ 50 bis 75 km  . . . DM 1,44
“ 75 bis 100 km  . . . DM 1,92
“ 100 bis 200 km  . . . DM 2,40
“ 200 bis 300 km  . . . DM 2,88
mehr als 300 km  . . . DM 3,36
.
Jede weitere Minute 1/3 der Gebühr des 3-Minuten-Gesprächs.
Dringende Gespräche doppelte Gebühr.
Blitzgespräche zehnfache Gebühr.
In der Zeit von 18.30 bis 21.30 Uhr zum Teil ermäßigte Gebühren.

Nachnahmesendungen (Höchstbetrag DM 1000,-)
Gebühr wie für gleichartige Sendungen ohne Nachnahme, bei Einschreib- und Wertsendungen auch die Einschreib-, Wertangabe- und Behandlungsgebühr, dazu die Vorzeigegebühr von DM -,40.

Postwurfsendungen
bis 20 g  . . . DM -,03
bis 50 g  . . . DM -,05
bis 100 g  . . . DM -,08

Sonstige Gebühren
Rückscheine, bei Einlieferung verlangt  . . . DM -,40
nachträglich verlangt . . . DM -,60
Einlieferung nach Schalterschluss  . . . DM -,40
Postlagerkarten monatlich  . . . DM -,50
Schließfachgebühren monatlich
. ein gewöhnliches Schließfach  . . . DM 1,-
. ein größeres Schließfach  . . . DM 1,50
Bescheinigung über Einleiferung eines Päckchens oder Paketes  . . . DM -,20
(Bei Verwendung des der Paket- oder Postgutkarte anhängenden Einlieferungsscheines gebührenfrei.)

Rohrpostsendungen
Rohrpostzuschlag  . . . DM -,20

Luftpostsendungen
Zuschlag für Postkarten, Briefe, Drucksachen, Geschäftspapiere, Warenproben und Päckchen
für je 20 g  . . . DM -,05
Zuschlag für Pakete und Postgüter (nach den WEstsektoren von Berlin zugelassen bis 20 kg und nach dem Ostsektor von Berlin zugelassen bis 7 kg):
bis 1kg  . . . DM 1,-
jedes weitere 1/2 kg mehr  . . . DM -,50

Bauernhäuser im Stadtgebiet Hannover

Bauernhaeuser_00

In der alten Bibliothek Emden habe ich letzte Woche für recht weniges Geld ein sehr interessantes Heft über das Bauernhaus im Stadtgebiet Hannover entdeckt. 1932 veröffentlichte der Direktor des damaligen „Niedersächsischen Volkstums-Museums Hannover“ den reich bebilderten Aufsatz als Sonderdruck im zweiten Teil des zweiten Bandes in „Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover“. Folgendes Vorwort:

Dem Magistrate zu Hannover ist die jüngse Feststellung des Bauernhausbestandes im Stadtgebiet zu verdanken, deren Ergebnisse für das Denkmalverzeichnis zur Verfügung gestanden haben. Die Untersuchung ist im Spätherbst 1932 durch den Direktor des Vaterländischen Museums zu Hannover, Herrn Dr. Wilh. Peßler, ausgeführt, dem als besonderem Kenner des Gebietes der Bauernhausforschung auch das Wort an dieser Stelle zukommt.

Als Ergänzung der im folgenden gegebenen kurzen Darstellung sei verwiesen auf W. Peßlers Arbeit: „Das Bauernhaus im Umkreise der Stadt Hannover“, H. G. 1910, S. 4. In den größeren Zusammenhang Niedersachsens wird die Frage gestellt durch Peßlers „Haus-Geographie von Niedersachsen“ (mit bunter Landkarte, Zeitschrift „Volk und Rasse“, Jahrgang I, München 1926, Heft 3, Seite 149). Innerhalb des gesamten deutschen Volksgebietes (vgl. Peßlers Karte der Haustypengebiete im Deutschen Reiche, Zeitschrift „Deutsche Erde“ VII. Gotha 1908, Sonderkarte 3) scheint die Gegend zwischen Hannover und Goslar in hausgeographischer Beziehung von ganz besonderer Bedeutung zu sein. Denn in diesem Bezirke läßt sich das Verhältnis von zwei ganz verschiedenen Haustypen, nämlich dem niedersächsischen mit seiner Längsteilung und seiner Ebenerdigkeit und dem mitteldeutschen mit seiner Querteilung und seiner Neigung zur Zweigeschossigkeit, in vielen Anbstufungen gegenseitiger Beeinflussung besonders deutlich verfolgen. Hier herrscht eine außerordentliche Mannigfaltigkeit der Formen, welche sowohl in geographischer wie in entwicklungsgeschichtlicher Hinsicht ein besonders klares Bild ergeben.

 

Im folgenden möchte ich erst einmal unkommentiert die Fotografien der Häuser in der Reihenfolge des Heftes abbilden. Wo möglich werde ich nach und nach Satelitenfotos der jeweiligen Häuser veröffentlichen, dabei nutze ich Screenshots von Google-Maps.

Kübbungshäuser

Hainholz, Hüttenstraße 28
Einfahrtstor in der Mitte; mit Steilgiebel und Vorschauer. Heute: abgerissen.

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Groß-Buchholz, Groß-Buchholz Straße 9
Von 1762. Einfahrtstor seitlich; mit Krüppelwalm und Vorschauer; Wohnteil ganz leicht erhöht. Heute: Veranstaltungsraum „Groß-Buchholzer Bauernhof“, in der Aufnahme das linke Gebäude.

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Bothfeld, Sutelstraße 47
Mitte 16. Jahrhundert, erneuert 1730, Einfahrtstor seitlich; mit Krüppelwalm, Wohnteil leicht erhöht. Heute: entweder in Hausnummer 48 verbaut oder vermutlich abgerissen (?).

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Dreiständerhäuser

Stöcken, Stöckener Straße 235
Von 1777, Einfahrtstor in der Mitte; mit Steilgiebel. Heute: vermutlich abgerissen.

Bauernhaeuser_04_Dreistaenderhaus_Stoecken_Stoeckener_Strasse_235_1777

 

Bothfeld, Sutelstraße 47
Scheune von 1686, Einfahrtstor seitlich; mit Steilgiebel. Heute: vermutlich abgerissen, vgl. zweites Kübbungshaus.

Bauernhaeuser_05_Dreistaenderhaus_Bothfeld,_Sutelstrasse_47_1686.jpg

 

Kirchrode, Kleiner Hillen 3
Von 1677, Einfahrtstor in der Mitte; mit Krüppelwalm und Vorderkübbung, deren Schleppdach in den Krüppelwalm übergeht. Heute: für Jacobi-Bibliothek abgerissen.

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Vierständerhäuser

Wülfel, Dorfstraße 7
Von 1811, mit Krüppelwalm; Wirtschaftsteil mit durchschießendem Ständerwerk, Wohnteil zweigeschossig mit geteilter Geschosskonstruktion. Heute: vermutlich abgerissen.

Bauernhaeuser_07_Vierstaenderhaus_Wuelfel,_Dorfstrasse_7_1811

 

Stöcken, Klappenburg 8
Von 1777, mit Steilgiebel; mit Scheinstockwerken; Wirtschaftsteil mit durchschießendem Ständerwerk. Heute: für einen Parkplatz abgerissen.

Bauernhaeuser_08_Vierstaenderhaus_Stoecken,_Klappenburg_8_1777

 

Limmer, Sackmannstraße 23
Von 1808, mit Krüppelwalm; Zweigeschossigkeit mit geteilter Geschosskonstruktion im ganzen Haus. Heute: gut erhalten und scheinbar saniert.

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Vierständerhaus mit Anbau

Badenstedt, Empelder Straße 32
mit Steingiebel; Erweiterung durch Anklapp rechts. Heute: abgerissen.

Bauernhaeuser_10_Vierstaenderhaus_Badenstedt,_Empelder_Strasse_32

 

Kirchrode, Schemannstraße 2a
mit Krüppelwalm; Erweitertung durch Anbau unter eigenem Dache links. In der Ausfachung z.T. alte volkstümliche Steinsetzung (Mühle usw.). Heute: vermutlich abgerissen.

Bauernhaeuser_11_Vierstaenderhaus_Kirchrode,_Schwemannstrasse_2a

 

Davenstedt. Altes Dorf 33
von 1736, mit Krüppelwalm; Erweiterung durch langes Schleppdach links und Vorbau mit eigenem Dach rechts. Heute: vermutlich abgerissen.

Bauernhaeuser_12_Vierstaenderhaus_Davenstedt,_Altes_Dorf_33_1736

 

Dielen

Groß-Buchholzer Straße
von 1762; im Kübbungshaus breit und niedrig. Heute: ?

Bauernhaeuser_13_Diele_Gross-Buchholz,_Gross-Buchholzer_Strasse_1762

 

Badenstedt, Empelder Straße 32
im Vierständerhaus schmal und hoch. Am Ende Schrank und Erntekranz. Heute: abgerissen.

Bauernhaeuser_14_Diele_Badenstedt,_Empelder_Strasse_32

 

Ricklingen, Stammesstraße 21
von 1804; im Vierständerhaus schmal und hoch. Am Ende Empore und Erntekranz.

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Busse-Mühle in Hardegsen

Am 12. März 2018 begannen die Abrissarbeiten an der Mühlenbäckerei Busse in Hardegsen, Northeim.

Neben den Wohn- und Verkaufsgebäuden wird auch eine Industriemühle, die Ende des 19. Jahrhunderts errichtet worden ist, abgerissen. In dem recht beeindruckenden, großen und Fensterarmen Backsteingebäude befindet sich vom obersten Dachboden bis in den Keller alle nötigen Vorrichtungen, um wasserbetrieben (?) aus Korn Mehl herzustellen.

Ganz zufällig sind mir heute Nachmittag einige Bilder in einem Briefumschlag zugesteckt worden, die ich der Öffentlichkeit natürlich nicht vorenthalten möchte.

Einen Abriss der Mühle kann man wohl leider nicht mehr verhindern, aber dafür haben wir in ca. fünfzig Jahren noch einen Grund mehr, den Kopf zu schütteln, wie wir so etwas haben zulassen bzw. genehmigen können. Den Abriss eines Industrie- und Kulturdenkmals, welches nicht als ein solches bezeichnet wurde, da es bis vor kurzem Verwendung fand und als selbstverständlich erachtet wurde. Mich macht soetwas traurig, da vor lauter städteplanerischer auf Profit und Fortschritt im Stile der alten Neuen Sachlichkeit ausgerichteter Blindheit nur der Leerstand gesehen wird, wo kein unwichtigerer Zweck vorhanden ist, als den nachfolgenden Generationen zu zeigen, wie Mehl zu Zeiten ihrer Urur…großeltern hergestellt wurde, ohne Touchscreen und Computer. Einen Erhalt des Gebäudes und eine damit verbundene Einbindung in einen von mir aus dann errichteten modernen Komplex um das Gebäude herum fänd ich deutlich charmanter und einmaliger, als wieder einen modernen Komplex, der in fünfzig Jahren so hässlich empfunden werden wird, wie wir heute den Brutalismus und Funktionalismus als schreckliche Bauten der 60er ansehen.

Auch wenn die Grundfläche somit ungenutzt wäre – obwohl in der ehemaligen Mahlstube ein Café Platz hätte – müsste nur das Dach dicht sein und regelmäßig die Räume kontrolliert werden und schwupps – da hätten wir ein Industriedenkmal, welches die nächsten 50 Jahre regelmäßig von den Grundschulkindern hätte besucht werden und Lehrenden als Anschauungsobjekt hätte dienen können.

Aber was solls. Vielleicht zieht ja der neue Bau vor dem Tore Menschen als Tourist*innen nach Hardegsen. Solch einen Bau in einem so modernen Stil können sie ja sonst auch sehr selten sehen. Gut erhaltene Industriemühlen des 19. Jahrhunderts wachsen ja wie Strand am Meer.

 

Aktualisierung

Initiiert von Werner Busse, Sohn Walter Busses, konnten im Januar 2018 zusammen mit dem Räbker Förderverein Teile der Mühle ausgebaut werden! Einen Bericht, der das Herz ein wenig höher schlagen und Teile des Industriedenkmals in sicheren Händen wägen lässt, empfehle ich jeder und jedem zur Lektüre: muehle-raebke.de. Auf der Seite findet sich auch eine wunderbare Skizze der Mühle!

 

Zur Mühlenbäckerei

Für uns stehen seit 1883 Tradition, handwerkliches Können und beste Zutaten für höchste Qualität im Mittelpunkt.

Probieren Sie unsere Spezialitäten wie Schmandkuchen, Mohnkuchen schlesischer Art, Butterkuchen, Butterstreuselkuchen und vieles mehr. Wir fertigen Ihnen Kuchen und Torten zu jedem Anlass, gerne beraten wir Sie persönlich!
Neben unseren Filialen, die wir betreiben, beliefern wir z. B. die KGS in Moringen, Fa. TEDOX „Café Gute Stube“ in Harste, verschiedene Seniorenheime, Restaurants, Firmen und Hotels mit unserem Brot, Brötchen (natürlich auch in unterschiedlichsten Varianten belegt möglich), Kuchen und Torten. Sprechen Sie uns an, selbstverständlich könne wir Ihnen ein individuelles Angebot ausarbeiten.

Wenn Sie Urlaub in Heiligenhafen machen, sind wir auch schon da! Kommen Sie in unserer neuen Bäckerei mit Café vorbei und kosten Sie zum Beispiel unsere beliebten Windbeutel mit den unterschiedlichsten Füllungen

muehlenbaeckerei-busse.de, 14.3.18

 

Zur Geschichte der Mühle und der Bäckerei

1883 bis 1920 Müllermeister Heinrich Busse
1920 bis 1948 Müllermeister und Bäcker Wilhelm Busse
1948 bis 1984 Bäcker- und Müllermeister Walter Busse
1984 bis 2014 Konditor und Bäckermeister Walter Busse
seit 01.05.2014 Heike Busse

Sie fragen sich, warum heißt es eigentlich „Mühlenbäckerei“?
Über Generationen wurde neben den Bäckereigeschäften auch eine eigene Mühle betrieben. Diese lieferte die verarbeiteten Rohstoffe direkt in die Backstube. Der Betrieb musste aber 2002 aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt werden und seit dem konzentrieren wir uns ganz auf unser Bäckerhandwerk.

ebd.

 

Fotos von der Mühlenbäckerei kurz vor dem vollständigen Abriss
Zuerst ein paar Eindrücke von außen und dann ein Gang durch das Gebäude vom Bereich unter dem (fehlenden) Dach, durch die einzelnen Stockwerke der Industriemühle, einen kleinen Eindruck in die Backstube mit dem älteren Ofen, hinunter in die Kellergewölbe mit einem noch plätschernden Wasserlauf.

 

 

Video der Industriemühle – Obergeschoss

 

Historische Fotos (von muehlenbaeckerei-busse.de)

 

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Der Kraftfahrer im Verkehr (1950)

Zufällig habe ich ein kleines Heft auf dem Flohmarkt um die Nikolai-Kirche in Göttingen (jeden Samstag) entdeckt, und natürlich auch gleich mitgenommen!

Der Kraftfahrer im Verkehr, ein kleines 32-seitiges Informationsheft vom Tellus-Verlag (Essen) aus dem Jahre 1950. Der Tellus-Verlag veröffentlichte überwiegend kleine Hefte (die Tellus-Lesebögen – Digitalisierungen folgen noch), welche im verwüsteten Nachkriegsdeutschland als Informationsquellen für die Schüler dienten. Nachdem alle rassistisch-angehauchten Schulbücher von den Alliierten gesammelt und meist vernichtet wurden, hieß es in der Schule: „Kauft den und den Bogen…“ oder „Nehmt den und den Bogen aus dem Ordner“. Diese Wachsenden-Bücher waren dann für nicht wenige Schülerinnen und Schüler ihre größten Schätze, da sie mit der Erdkunde-Reihe fremde Erdteile entdecken, mit der Geschichts-Reihe in vergangene Zeiten reisen, und in den klassischen Lesebögen interessante Geschichten lesen konnten. Nach Jahrgängen sortiert, waren diese Bögen noch bis in die 60er-Jahre gebräuchlich – und heute leider nur noch (sehr selten) im Antiquariat zu finden.

Dieses kleine Heft wurde nicht nur für die Jugend veröffentlicht, sondern überwiegend auch als generelles Informationsheft für das Armaturenbrett der schönen alten Autos. Es informiert mit vielen Bildern über die wichtigsten Regel der Straßenverkehrsordnung und ist noch heute ein schöne, (meist) aktuelle und nützliche Unterhaltung.

Viel Spaß mit der PDF-Datei:

Tellus-Verkehrsheft-PDF-link

Taufbüchlein für Helene Haase

Alle folgenden Bilder öffnen sich groß und lesbar, wenn Sie sie anklicken!

Taufbuechlein-Einbang

Gestern habe ich zufällig im Antiquariat dieses kleine Taufbüchlein von 1892 entdeckt und auch gleich für 5 € gekauft, um es nun hier zu veröffentlichen. Hoffentlich hilft es nochmal irgendjemandem bei der Ahnenforschung…

Henriette Eleonore Helene Haase wurde am 6. Februar 1892 um 2 Uhr nachmittags in Kosen (?) (Schützstr. 28b) geboren und wurde am Ostersonntag den 17. April 1892 in der Kirche zum Graben in Kosen geboren.

Stammbaum

Ihre Taufpaten waren:
Frau Mathilde Fröhlich (einzige Schwester der Großmutter mütterlicher Seite)
Frau Agnes Jacob (einzige Schwester des Großvaters mütterlicher Seite)
Herr Theodor Fischer (ihr lieber Großvater)
Der Pastor war Lehn (?)

Helene hatte mindestens zwei Geschwister:
Erich Haase (30. Mai 1886)
Dorothea Haasr (6. März 1889)

Zudem ist vermerkt, dass Helene am 26. Juni 1892 den ersten Zahn bekommen hat.

Dieses kleine Tauf-Büchlein (9.8cm x 13.6cm) hat Helene von ihrer Großtante Agnes Jacob als Andenken bekommen. Agnes Jacob ist eine geborene Fischer in hat die Widmung für das Büchlein in Breslau geschrieben. In dem Büchlein lag auch eine kleine (Visiten-)Karte von Agnes Jacob oder der Mutter von Helene aus Coblenz, wo sie aber als Namen Agnes Haase, geb. Fischer angegeben hat.

Konfirmationsschein-1864
Zusätzlich lag in dem Taufbüchlein ein Erinnerungsblatt an die Konfirmation von Louis Ernst Heinrich Haase (geb. am 2. Nov 1850 o. 1864), welcher am 9. Okt 1864 in der evangelischen Kirche in Teterow (?) vom Pastor Lüders (?) konfirmiert wurde.

Ich bitte um Ihre Hilfe beim Lesen einzelner Wörter, da ich doch noch nicht gut genug für solche Handschriften bin (bitte einfach einen Kommentar schreiben). Danke!

Taufbuechlein-1

Taufbuechlein-2

Taufbuechlein-3

Taufbuechlein-4

Taufbuechlein-5

Taufbuechlein-6

Kleine Karte von Agnes Haase

Kleine Karte von Agnes Haase

Wenn Sie das kleine Büchlein irgendwie für Ihre Ahnenforschung brauchen oder Sie mit Helene verwand sind, können Sie mir natürlich eine Mail schreiben. Ich kann Ihnen das Büchlein auch zusenden.